Behandlung

Behandlung durch die Schreibtherapie (ITT)
Die Therapie ist eine protokollbasierte, internetgestützte Schreibtherapie. Protokollbasiert heißt, dass die Behandlung nach einem wissenschaftlich überprüften Modell anhand einer festgelegten Abfolge verläuft. Die Kommunikation findet hierbei ausschließlich über das Internet statt.
Die ITT-Behandlung dauert sechs Wochen. In dieser Zeit werden elf Texte geschrieben, also zwei Texte pro Woche, jeweils für 45 Minuten. Dabei plant die Person selbst, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten sie schreiben möchte. Nach einem bzw. zwei Texten, erhält sie eine persönliche Rückmeldung vom Therapeuten sowie Instruktionen für die darauf folgenden Texte. Alle behandelnden TherapeutInnen sind ausgebildete klinische Diplom-PsychologInnen, die speziell in der Anwendung dieses therapeutischen Ansatzes geschult wurden.
Sollten zwischen den Texten Fragen oder Probleme technischer oder inhaltlicher Art auftauchen, können diese jederzeit über das Internet oder telefonisch beantwortet werden.

Ausschlusskriterien
Zuerst wird anhand von Fragebögen untersucht, ob die Schreibtherapie derzeit die geeignete Behandlungsalternative für die Person ist. Die Teilnahme ist nicht möglich, wenn die Person eine intensive medizinische bzw. psychologische Unterstützung (aufgrund von schweren Depressionen, Suizidalität etc.) benötigt. Das gleiche gilt für Personen, die jünger als 65 Jahre sind bzw. in starkem Maße Alkohol und Drogen bzw. Beruhigungsmittel konsumieren. Eine weiteres Ausschlusskriterium ist eine gleichzeitige parallele psychotherapeutische Behandlung.
Da die Behandlung ausschließlich über das Internet stattfindet, ist es notwendig, eine Emailadresse und eine Internetverbindung zur Verfügung zu haben. Eine Teilnahme ist nicht möglich, wenn das Internet während der Behandlungsperiode länger als eine Woche nicht zur Verfügung steht. In Ausnahmefällen kann die Schreibtherapie auch per Post oder Fax durchgeführt werden.

Behandlungsphasen
Die Behandlung besteht aus drei Komponenten.
Die integrative Schreibtherapie in dieser Studie konzentriert sich nicht nur auf das Trauma, sondern legt ihren Fokus auf die gesamte Lebensgeschichte der Person. Das traumatische Erlebnis wird wiedererzählt und eingebettet in die Biographie. So kann die Person ihr gesamtes Leben betrachten.


Erste Komponente (Biographiearbeit): Innerhalb dieser Phase wird das Leben bis zum jetzigen Zeitpunkt erinnert. In 7 Schreibsitzungen werden einzelne umschriebene Lebensphasen betrachtet und mit Hilfe von Erinnerungsstützen niedergeschrieben.
Zweite Komponente (Selbstkonfrontation): In dieser Phase werden 2 Texte geschrieben, in denen das traumatische Ereignis im Fokus steht. Es soll dabei im Detail beschrieben werden. Diese Konfrontation erzielt therapeutische Wirkung.
Dritte Phase (kognitive Umstrukturierung und Abschied): In der letzten Phase werden zwei Texte geschrieben, in denen die Erfahrungen und Erkenntnisse aus der jetzigen Sicht beschrieben werden. Mit dem Beenden des Briefes wird auch ein Teil der Vergangenheit abgeschlossen. Die Vergangenheit ist damit nicht vergessen oder zur Seite geschoben, sondern hat einen eigenen Platz bekommen und beeinflusst dadurch weniger die Gegenwart.


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